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Angesichts solcher Urteile liegt es nahe, die eigenen Koppeln mit dem „perfekten
Zaun“ zu versehen.
Doch wie sieht der aus?
Holzpfähle
sollten entweder aus Hartholz (Eiche, Robinie, Bongossi, Insultimer) oder aus
imprägniertem Weichholz (Tanne, Fichte, Kiefer, Lärche) bestehen. Eichenholz muss
mindestens drei bis fünf Jahre lang abgelagert worden sein, weil sich sonst ihre
Haltbarkeit verringert. Robinie muss geschält und abgelagert sein, da die Rinde
zu Vergiftungen beim Pferd führen kann. Bei den Nadelhölzern sollte man nur qualitativ
hochwertige Produkte mit einem RALGütezeichen kaufen. Auch wenn sie bereits imprägniert
sind, müssen sie zusätzlich vor Verbiss geschützt werden.
Achtung:
Verboten ist der Einsatz von Eisenbahnschwellen, Strom-, und Telegrafenmasten.
Sie sind ölimprägniert und dadurch eine Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt.
Kunststoffpfähle haben den Vorteil, dass sie witterungsbeständiger, langlebiger
und leichter sind.
Der Nachteil liegt meist im Preis: Im Gegensatz
zu Holzpfählen kann man die weißen Zaunpfosten im „American Style“ nicht selber
herstellen. Probleme mit der Stabilität gibt es nur, wenn die Zäune nicht genau
nach Anweisung des Herstellers (Kiesschüttung, Betonschicht ...) aufgebaut werden.
Die meisten Hersteller garantierten eine kostenlose Rücknahme der gebrauchten
Pfähle. Weiße Zäune sollten nach drei bis fünf Jahren einer Grundreinigung unterzogen
werden.
Gummiförderbänder als Querstreben sind witterungsbeständig
und werden von Pferden nicht benagt. Zur Montage sollten sie von einem Traktor
gespannt und alle drei bis fünf Jahre nachgezogen werden. Durch den enormen Zug
müssen die Eck- und Torpfosten in Beton gegossen und durch seitliche Verstrebungen
abgestützt werden.
Achtung: Holzpfosten müssen durch den Betonsockel
hindurch führen, damit sich keine Staunässe bildet (Fäulnis). Die Entsorgung der
Förderbänder ist sehr teuer!
Elektrodrähte sind für Pferde optisch
schlechter erkennbar als Elektrolitzen. Dafür leiten sie besser und haben keine
Wind-, oder Schneeproblematik. Verschmutzungen und starker Bewuchs können bei
beiden Systemen die Leitfähigkeit beeinträchtigen. Den geringsten Leitungswiderstand
und damit die niedrigsten Spannungsverluste haben Drähte mit 2,5 mm Durchmesser.
Aluminiumdrähte leiten besser als Stahldrähte, haben aber nur eine geringe Zugfestigkeit.
Bei Seilen und Bändern hängt die Leitfähigkeit ab vom Material – Kupfer leitet
besser als Nirosta – und von der Anzahl der eingebauten Leiter.
Achtung:
Elektrozäune genügen als alleinige Außenzäune nur, wenn sie deutlich sichtbar
sind und täglich kontrolliert werden.
Richter entscheiden bei der Rechtssprechung
auch nach Risikobereichen:
Zum Risikobereich 1 gehören Weiden an
wenig befahrenen Straßen, in Hofnähe, gut kontrollierbar. Im Risikobereich
2 liegen Weiden an mäßig befahrenen, entfernten Straßen, die nicht unter ständiger
Kontrolle sind. Als Risikobereich 3 werden Weiden an Autobahnen, Bahnlinien,
Flugplätzen oder sonstigen gefährdeten Gebieten sowie Hengsthaltung eingestuft.
Bei Risikobereich 2 und 3 empfi ehlt sich eine Kombination aus einer festen
Holzumzäunung mit abgesichertem Elektrozaun. Dagegen können Innenzäune im
Risikobereich 1 als mobiler oder halb stationärer Zaun ausgeführt werden z.B.
als Einzäunung mit Elektroband.
Das Weidezaungerät muss auch bei so genannten
„leicht zu haltenden Tieren“, wie Pferden eine Spannung von mind. 2000 Volt aufbringen.
Das muss auch an der vom Stromgerät am weitesten entfernten Stelle der Fall sein.
Wichtig: Achten Sie beim Kauf auf ein GSoder DLG-Prüfsiegel.
Bitte Beachten: Am Zaun muss ein Warnschild „Achtung Elektrozaun!“ angebracht
werden. Das Tor sollte mindestens vier Meter breit sein, um die Weide mit Maschinen
befahren zu können.
Es muss abschließbar sein – nicht nur um unbefugten
Zugriff und Diebstahl zu erschweren. Dem Weidebetreiber im Eingangs geschilderten
Fall wäre auch bei ansonsten intaktem Zaun ein erhebliches Mitverschulden angelastet
worden, wenn unbefugte Dritte das Tor öffnen konnten. Hier verlangt die Rechtssprechung
– jedenfalls bei Weiden im Risikobereich 2 und 3 – dass die entsprechenden Tore
durch ein Schloss gesichert sind.
Wichtige Abmessungen im Überblick:
Der Zaun sollte mindestens 1,20 Meter hoch sein oder entsprechend 0,8
x Widerristhöhe des größten Pferdes. Bei einem 1,50 Meter großen Quarter Horse
reicht also die Mindestgröße, ein 1,70 Meter großes Warmblut benötigt einen Zaun
von 1,40 Meter Höhe.
Die Pfähle müssen mindestens mit einem Drittel
ihrer Länge in den Boden eingegraben werden. Daraus resultiert eine Gesamtpfahllänge
von 2,00 bis 2,25 Metern. Der Mindestdurchmesser eines runden Holzpfahls beträgt
9 bis 12 cm. Die Eck- und Torpfosten sollten wesentlich dicker sein. Die Pfostenabstände
dürfen 2,5 bis 4 Meter betragen.
Querverstrebungen sollten in
einen Abstand von ca. 40 bis 50 cm von innen angebracht werden, in der Regel werden
3 Querriegel verwendet. Holzplanken sollten mindestens 4 cm stark sein und Rundhölzer
einen Mindestdurchmesser von 10 cm haben.
Gummi-Förderbänder müssen
7 bis 10 cm breit sein.
Schrauben oder Nägel sollen so lang sein,
dass die Einschlagtiefe in den Pfahl die Hälfte bis zwei Drittel des Pfostendurchmessers
beträgt.
Litzen sollen 4 bis 6 cm breit sein.
Weidezaungeräte
müssen eine Spannung von 2000 bis 5000 Volt, maximal 10 000 Volt aufbringen.
Die
Checkliste zum Herunterladen und Ausdrucken finden Sie hier
Quelle:
Regina Käsmayr für
westernreiter (EWU)
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