| Teil
1: Geht nicht, gibt´s nicht!
Teil
2: Back to Basics
Teil
3: Schicke Outfits für den
kleinen Geldbeutel Teil
4: Gut behütet
Teil
5: Jedem Pferd sein passender Sattel
Teil
6: Pferdedecken - praktische und
schicke Pullis fürs Pferd
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Lederhüte, verknautschte
Strohhüte oder gar modische „Cowboyhüte“ aus der Trendecke von Kaufhäusern gehören
nicht aufs Turnier, sondern in die Altkleider-Tüte. Vor den Richter reiten Sie
am besten mit einem hochwertigen Filzhut. Wolfgang Day von Day’s Cowboy Headquarters
sagt Ihnen, worauf Sie beim Kauf achten müssen und wie Sie Ihre Kopfbedeckung
pfl egen.
Einen schlechten Hut erkennt ein Richter auf 100 Meter
Entfernung. Deshalb: Sparen Sie lieber am Slinky als an der Kopfbedeckung! Brauchbar
sind z.B. reine Wollfi lzhüte ohne Haarfi lz-Anteil, die es in der unteren Westernhut-Preiskategorie
ab ca. 75 Euro gibt. „Der Wollfi lz ist nicht so verdichtet wie der Haarfi lz
und hat deshalb einen hohen Stärkeanteil“, erklärt Geschäftsführer Wolfgang Day.
„Wird der Hut nass, so wäscht sich die Stärke aus und Sie haben einen Schlapphut.“
Deshalb verkauft er solche Hüte vorwiegend an Jugendliche, deren Eltern sich nicht
sicher sind, ob der Nachwuchs auch in der nächsten Turniersaison noch reiten will.
Wer ernsthaft Turniersport betreiben will, sollte einen Hut mit mindestens 5 X,
besser 10 X kaufen. Das „X“ steht für den ungefähren Prozentanteil von Biberhaar
im Hut. Manche Hüte bestehen stattdessen auch aus Kaninchenhaar, Nutria oder Otter.
Das Fellkleid des Bibers ist qualitativ das höchste. „Die Tiere leben im Wasser
und haben daher dünnes, aber festes Haar mit einer natürlichen Fettschicht. Daraus
lässt sich der beste Filz machen“, sagt Wolfgang Day.
Ein Hut mit „100
X“ besteht aus nahezu hundert Prozent Biberhaar. Dass manche amerikanischen Modelle
mit „200 X“ ausgezeichnet sind und sogar Strohhüte ein „X“-Siegel erhalten, empfi
ndet Day als reine „Unsitte“. Meist seien solche Hüte noch etwas feiner verarbeitet,
aber „mehr als 100 Prozent geht eben nicht“.
Da Sie für den Kauf eines
guten Hutes eine größere Stange Geld ausgeben müssen, sollten Sie darauf achten,
dass er auch wirklich passt. Das fängt bei der Kopfform an. Zur Auswahl stehen
etliche Variationen von rund bis oval. Wer einen runden Kopf hat und trotzdem
versucht einen ovalen Hut aufzusetzen, der wählt am Ende ein zu großes Modell,
das zwar an den Seiten passt, aber an der Stirn und am Hinterkopf übersteht. Mit
der Zeit passt sich so ein Hut leidlich der Kopfform an. Erst dann merkt der Träger,
dass das Teil zu groß ist, weil er es ständig verliert. „Ein guter Hutverkäufer
kann fast jeden Hut entsprechend der Kopfform abändern“, sagt Wolfgang Day. Mit
einer speziellen Maschine wärmt er per Wasserdampf den Filz an und biegt ihn anschließend
in die gewünschte Form. Auf diese Weise können auch Dellen und Druckstellen entfernt
werden.
Prinzipiell kann man das auch selber zu Hause über dem Wasserkocher
machen. „Beim einen oder anderen klappt das ganz gut“, weiß Day. „Ich rate aber
nur jedem, so etwas vorher an einem alten Schlapphut zu üben. Unter Umständen
machen Sie sonst einen teuren Hut kaputt.“
Grobe Verunreinigungen wie
Staub oder Schlammspritzer kann man mit einer farblich passenden Kleiderbürste,
einem Hutpinsel oder einem speziellen Reinigungsschwamm entfernen. Das sollte
allerdings erst geschehen, wenn der Hut wieder trocken ist. Problematisch wird
die Sache zum Beispiel, wenn ein heller Hut vom Reiten auf nassem, rötlichem Sand
Verfärbungen abbekommen hat. „In so einem Fall sollten Sie die Reinigung einem
Fachmann überlassen“, rät Wolfgang Day.
Druckstellen an der Krone kann
man versuchen, von innen herauszudrücken. Wenn das nicht problemlos funktioniert,
sollte man ebenfalls einen Profi aufsuchen. Niemals darf mit Gewalt an einem trockenen
Hut herumgebogen werden. Sonst kann der Filz brechen – und das gute Stück ist
für immer hinüber. Am besten beugen Sie Dellen an Krone und Krempe vor, indem
Sie den Hut korrekt aufsetzen. Dazu fassen Sie ihn mit einer Hand am Rand des
Hutbands an, wo er stabil genug ist – nicht an der Krempe, nicht an der Krone!
Dann setzen Sie ihn vorne an der Stirn an und drücken ihn nach hinten herab. Wann
immer Sie Ihren Hut absetzen, und sei es auch nur für wenige Minuten, sollten
Sie ihn auf der Krone ablegen und niemals auf der Krempe. Sonst verformt sich
deren Schwung und Sie bekommen einen komplett platten Hut wie Hoss Cartwright.
Auch wenn Sie einen speziellen Tragekoffer besitzen – verwenden Sie diesen nur
zum Transport aufs Turnier und nicht zur Lagerung des Huts. „Ich habe schon Hüte
gesehen, die da drin verschimmelt sind“, sagt Wolfgang Day. Die Koffer sind in
der Regel luftundurchlässig. Wenn ein Hut leicht klamm hineinkommt, schlägt sich
die Feuchtigkeit nieder. Scheint jetzt auch noch die Sonne drauf, wird der Koffer
zur Dampfsauna. Day: „Ich lagere meine Hüte im Pappkarton des Herstellers an einem
kühlen, trockenen Ort, zum Beispiel im Schlafzimmer.“ Nasse Hüte müssen Sie behandeln
wie Wollsocken. Lassen Sie sie an einem mäßig warmen Ort langsam vor sich hin
trocknen. Hängen Sie sie niemals auf den Kamin. Sonst schrumpft und verformt sich
der Filz.
Falls Sie jetzt noch mit dem Gedanken spielen, doch lieber einen
pfl egeleichten Strohhut zu kaufen – vergessen Sie’s. Zumindest wenn Sie damit
in der Western Pleasure starten wollen. Gerade bei höher dotierten Indoor-Veranstaltungen
sind Strohhüte nicht angesagt. So etwas kommt nur als Übergangslösung in Frage
oder wenn die Alternative ein superbilliger Filzhut ist. Strohhüte lassen auch
wenig Spielraum bei der Farbwahl und passen daher oft nicht zum Outfi t. Bei Filzhüten
ist das komplette Spektrum der Beige-Töne drin, ebenso schwarz und weiß, in Ausnahmefällen
auch mal braun. „Braun ist in der Regel nichts sagend und unauffällig. Da muss
das Outfi t schon sehr ausgewählt sein, dass ein brauner Hut dazu passt“, fi ndet
Wolfgang Day. Schwarze Hüte sind eingefärbt. Alle anderen Töne sind Naturfarben;
selbst das Weiß – es kommt von handverlesenen Haaren aus dem Bauchbereich des
Bibers.
Was sich laut Day in Deutschland nicht durchsetzen wird, ist der
amerikanische Trend zu pinken und neongelben Kopfbedeckungen. Stattdessen ist
in dieser Saison eine mit einem andersfarbigen Band umsäumte Krempe angesagt.
Da fi ndet auch der Richter: „Hut ab!“
Quelle: Regina
Käsmayr für westernreiter (EWU)
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