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Die Kleidung muss sauber und ordentlich sein“, so sagt das Regelbuch. Von Superslinkys
und Ultrasuede-Chaps, Swarovski-Kristallen und Silberbeschlägen steht da nichts.
Dennoch gibt es kaum eine Pleasure- Reiterin in den höheren Leistungsklassen,
die mit diesen Begriffen nichts anfangen kann. Eines gleich vorweg: Offi ziell
ändert das Outfi t eines Reiters allenfalls in der Horsemanship und Showmanship
etwas am Score. Denn nur in diesen Prüfungen wird der Reiter bzw. Vorsteller bewertet.
In allen anderen Disziplinen könnte man eigentlich auch Reithelm, langärmeliges
Hemd und Stiefeletten tragen. Unterbewusst jedoch isst auch das Richterauge mit.
„Extrem auffallende Reiterinnen in der Pleasure werden aufgrund ihres Äußeren
zwar nicht besser platziert, aber natürlich vom Richter mehr angesehen. Wir sind
ja auch nur Menschen“, gesteht die EWU C/D-Richterin Christina Bröhl aus Wiernsheim. 
„Deshalb
macht es durchaus Sinn, sich ein Outfi t in sattem Lila oder leuchtendem Mintgrün
zu kaufen.“ Wer nun glaubt, je krasser, desto besser, irrt sich. Denn Christina
Bröhl fi ndet manche Reiter-Pferd-Paare auch übertrieben: „Wenn Sattel und Pad
nur noch aus Silberbeschlägen bestehen, die Hufe rosa lackiert sind und das Pferd
mit Glitzerspray bestäubt ist, dann fi nde ich das nicht mehr schön.“ Der
Edertaler A/B-Richter Mike Stöhr richtete vor zwei Jahren ein Turnier, bei dem
ein Pferd mit Glitzerlack auf den Hufen in der Showmanship erschien. Das löste
bei ihm einen Gewissenskonfl ikt aus: „Ich fragte mich: Was passiert, wenn die
gewinnt? Dann haben das bald alle so. Ich hatte ehrlich Angst, einen Trend zu
setzen“, erinnert sich der Richter. „Gott sei Dank war sie nicht so gut und ich
musste sie nicht platzieren. Ich weiß ernsthaft nicht, was ich sonst gemacht hätte!“ 
Ganz
anders sieht Thomas Hoppe die Sache. Nach Meinung des Hamburger A/B-Richters kann
ein LK 1- oder LK 2-Reiter mit dem Outfi t gar nicht übertreiben – vorausgesetzt,
die Leistung stimmt. „Ich warte immer darauf, dass mal jemand mit einem lila oder
rosa Hut einreitet“, sagt Hoppe. „Damit würden Sie auffallen, weil der Richter
Sie ständig beobachtet. Selbst rosa Hufl ack oder Glitzerlack ist okay, wenn die
Leute damit demonstrieren wollen, dass sie gewinnen wollen. Ich fi nde das toll.“ Wichtig
sei in erster Linie, dass man sich in seinem Outfi t wohl fühlt. Denn nur wer
sich wohl fühle, habe eine positive Ausstrahlung und damit auch Erfolg, fi ndet
Thomas Hoppe. Wenn er mit dem Argument konfrontiert wird, man wolle seine reiterlichen
Fähigkeiten zeigen und nicht Modepuppe sein, sagt er: „Das ist die falsche Einstellung.
Man muss sich auch showmäßig präsentieren können. Wenn der Richter Sie nicht sehen
soll – warum starten Sie dann?“ Andere
Richter, andere Meinungen. Von Prunk und Pracht einmal abgesehen, gibt es aber
einige ganz klare Tatsachen, in denen sich alle einig sind: Angefangen beim Hut.
Für Mike Stöhr gehört er zu den Ausrüstungsgegenständen, in die Turniereinsteiger
als erstes investieren sollten. Und das aus zwei Gründen. Zum einen hält ein gut
geformter, qualitativ hochwertiger Hut auch im Galopp auf dem Kopf. „Wie oft Einsteiger
während der Prüfung nach ihrem Hut fassen!“, schmunzelt er. „Dann sollen sie lieber
doppelseitiges Klebeband nehmen und ihn festkleben!“ Zum anderen „bemerkt ein
Richter die Qualität des Huts auf 100 Meter Entfernung“, schwört Christina Bröhl. Anders
ist das bei der Oberbekleidung. Hier rät die Richterin Einsteigern, ein schönes,
bezahlbares Hemd in einem normalen Modeladen in der Stadt zu kaufen und es selbst
mit Glitzerapplikationen oder Bügelbuchstaben mit dem Namen des Pferdes zu verzieren.
Wer mehr Geld ausgeben möchte, kann in einen auf Figur geschnittenen Slinky investieren
– falls es einige überfl üssige Fettpölsterchen zu verdecken gibt, am besten in
einen zweifarbigen, der in der Mitte schwarz und an Ärmeln und Seiten andersfarbig
ist. Wer möchte, kann dazu eine Weste tragen. Mollige
Reiterinnen sollten laut Thomas Hoppe bei der Auswahl ihrer Kleidung darauf achten,
dass sie nicht zu eng sitzt. „Lockere Kleidung tragen, um das ästhetisch für jeden
ansehbar zu machen“, rät er. Kein Richter sieht gern blaue Jeans, da diese Farbe
mit der Alltags- und Arbeitskleidung des Cowboys gleichgesetzt wird. Die „Used-Optik“
wird allenfalls in den Rinderdisziplinen akzeptiert. Wer keine passende schwarze
oder helle Jeans hat, trägt am besten Chaps über seiner blauen. Wichtigster Grundsatz
beim Jeanskauf ist neben der Farbe auch die Länge. Absoluter „No-Go“ ist der Anblick
von Stiefelschäften und weißen Waden während des Ritts, weil die Jeans bis zum
Knie hinaufgerutscht ist. Das schmerzt Christina Bröhls Auge noch mehr als rosa
Hufe. Als Anhaltspunkt für die richtige Länge sagt sie: „Die Hose sollte im Stehen
mindestens einmal umgekrempelt werden können.“ Stiefel sind Geschmackssache. Während
viele Reiter sie farblich gern auf das Pad und die Oberbekleidung einstimmen,
mag Mike Stöhr „diese quietschebunten Stiefel, die seit letztem Jahr In sind“
überhaupt nicht. Fest steht aber, dass auch das Schuhwerk unbedingt sauber und
ordentlich aussehen muss. 
Es
empfi ehlt sich also dringend, ein zweites Paar fürs Turnier zu kaufen, mit dem
weder im Misthaufen, noch im Reitplatzschlamm herumgestiefelt wird. Absolut unwichtig
fi nden alle drei Richter das Thema Schminken. „Hauptsache, die Reiterin fühlt
sich damit wohl“, ist man sich einig. Wichtiger sei da schon die Sache mit den
Haaren. In der Pleasure und der Horsemanship machen herumfl atternde lange Haare
einen unruhigen Eindruck. Deshalb sollte man sie unbedingt in ein Haarnetz oder
zumindest in einen festen Zopf oder Pferdeschwanz stecken. In der Reining allerdings
dürfen sie gern herumfl iegen. Thomas Hoppe fi ndet das sogar „sehr nett“. Überhaupt
wird in der Reining üblicherweise etwas legerer geritten. Während Mike Stöhr und
Christina Bröhl aber auch kein Problem mit Slinkys und Westen in dieser Disziplin
haben, will Thomas Hoppe das nicht sehen. Er erklärt auch, warum: „Viele gehen
mit Pleasure-Kleidung in die Reining. Die Reining ist aber eine schnelle Disziplin.
Eigentlich eine Rinderdisziplin ohne Rind – deshalb sollte man dabei lockere,
nicht einengende Kleidung tragen, um entspannt reiten zu können. Mit der Pleasure-
Kleidung sitzt man aber immer etwas steifer, da sie ja eher zum Präsentieren gedacht
ist.“ Wer nun denkt, das
ganze Tohuwabohu sei ein reines Frauenproblem, irrt sich gewaltig. Auch die Herren
der Schöpfung sind betroffen. Christina Bröhl hat es satt, in der Pleasure vier
Füchse mit Reitern in dunkelblauen Hemden unterscheiden zu müssen. Deshalb begrüßt
sie bei den Herren knallige Farben, abgestimmt auf das Pad und zum Beispiel einen
„Scarf“ (Knotenschal). Thomas Hoppe schlägt vor, einen Pullover über dem Hemd
zu tragen und generell bei der Auswahl des Turnieroutfi ts auf die Partnerin zu
hören. „Ich persönlich habe mich da immer von meiner Frau beraten lassen und kann
den Tipp nur weitergeben. Hören Sie auf Ihre Frauen!“ IN Slinky
mit Hemdkragen und Reißverschluss Die Farbe Lila Swarowski- Kristallsteine
Manschetten Blumenmuster Riesige gold- silberne Buckles Scarves
bei Damen und Herren OUT Fransen
an Ärmeln und Rücken Boloties Lederhüte Buckles vom Versandhaus Blaue
Jeans Zu kurze Ärmel Zu kurze Hosenbeine
Quelle: Regina
Buckreus-Käsmayr für westernreiter (EWU)
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